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Was ist ein P-Konto und was ist hierbei zu beachten?

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Auf den Begriff „P-Konto“ stoßen die meisten, sobald Pfändungsmaßnahmen von Gläubigern drohen. Ist dies der Fall, sollte keine Zeit verloren gehen einen Weg zu suchen, den unpfändbaren Teil des Einkommens vor Pfändungen zu schützen.

Was ist ein P-Konto?

P-Konto steht als Abkürzung für Pfändungsschutzkonto oder auch pfändungssicheres Konto. Zweck des P-Kontos ist der Schutz des monatlich pfändungsfreien Betrags des Schuldners zur Deckung seiner notwendigen Lebenshaltungskosten.

Welche Besonderheiten sind zu beachten?

Dieser pfändungsfreie Betrag wird allerdings beim P-Konto anders berechnet, als bei der Pfändung des Arbeitseinkommens des Schuldners, leider zu seinem Nachteil. Während bei der Gehaltspfändung der unpfändbare Betrag schlicht aus der Pfändungstabelle gemäß Höhe des monatlichen Nettoeinkommens und Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen abgelesen wird, wird beim P-Konto der unpfändbare Betrag wie folgt ermittelt:

Es gilt ein monatlicher Grundfreibetrag i. H. v. 1.073,88 €*. Dieser wird für die erste unterhaltsberechtigte Person um 404,16 €* erhöht und für jede Weitere um jeweils 225,17 €*. Außerdem werden laufende Geldleistungen zum Ausgleich eines durch einen Körper- oder Gesundheitsschaden bedingte Mehraufwendungen angerechnet sowie Kindergeld, Kinderzuschlag und vergleichbare Rentenbestandteile, aber auch einmalige Sozialleistungen.

Nachteilig für den Schuldner ist diese Berechnung, da anders als bei der Pfändungstabelle die Höhe des Nettoeinkommens nicht zu einer weiteren Erhöhung des pfändungsfreien Betrags führt.

Damit für Ihr P-Konto eine Anpassung des monatlichen Pfändungsfreibetrags durch die kontoführende Bank vorgenommen werden kann, muss bei der Bank eine Bescheinigung gemäß § 850k Abs. 5 ZPO eingereicht werden. Das entsprechende Formular ist u.a. auf der Internetseite der „Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung“ zu finden. Zur Bescheinigung berechtigt sind der Arbeitgeber oder der Sozialleistungsträger, das Amtsgericht, die Familienkasse, Rechtsanwälte und Steuerberater oder Schuldenberatungsstellen der Caritas und Diakonie.

Was ist bei der Wahl der Bank zu beachten?

Grundsätzlich ist jede Bank dazu verpflichtet dem Wunsch nach Einrichtung eines P-Kontos nachzukommen, sofern der Kunde noch nicht über ein P-Konto verfügt. Die Einrichtung eines weiteren P-Kontos ist streng untersagt. Die Einrichtung wird entsprechend in der Schufa gemeldet. Allerdings ist nicht jede Bank geneigt diesem Wunsch direkt nachzukommen. Sollten Sie bei der Einrichtung Probleme haben und die Bank schickt Sie unter Vorwänden wie „Es werden keine P-Kontos angeboten“ oder Ähnliches wieder weg, bestehen Sie auf Ihr Recht. Sollte Ihnen die Einrichtung auch weiterhin verwehrt werden, können Sie eine Beschwerde an die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) richten.

Berücksichtigen Sie bei Ihrer Wahl aber auch die Leistungen, die die entsprechende Bank mit dem P-Konto anbietet, und die Ihnen evtl. entstehenden Kosten. Hier sind Punkte zu beachten wie: Ist bei dem P-Konto eine EC-Karte enthalten? An welchen Geldautomaten können Sie hiermit kostenfrei Geld abheben? Ist das P-Konto gebührenfrei oder fällt eine Kontoführungsgebühr an? Wenn ja, wie hoch ist diese?

Fazit: Das P-Konto ist eine oft notwendige Möglichkeit Ihren pfändungsfreien Betrag vor Zwangsmaßnahmen zu schützen. Prüfen Sie in wie weit sich Ihr Grundfreibetrag gem. § 850 ZPO erhöhen lässt und reichen Sie die entsprechende Bescheinigung mit Antrag bei der Bank Ihrer Wahl ein.

* Stand 01.07.2015 – 30.06.2017

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